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Village

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Kurze Einleitung

 

Zwischen sanft geschwungenen Hügeln und einem Wald liegt ein kleines Dorf. Hier gehen die Menschen ihren täglichen Geschäften nach. Manche bestellen die Felder um das Dorf, andere stellen verschiedene Waren in Handwerksbetrieben her. Im Rathaus werden wichtige Entscheidungen gefällt und natürlich gehen alle Bewohner am Sonntag in die Kirche.

 

Jeder Spieler übernimmt in Village eine Familie und schickt seine Bewohner an die Arbeit um den größtmöglichen Ruhm für seine Familie zu erwerben. Doch auch die Zeit steht in diesem Dorf nicht still und so kommt es regelmäßig vor, dass ein Mitglied der Familie stirbt. War er auf seine Weise erfolgreich wird er sogar in der Dorfchronik verewigt.

Zahlen und Fakten zum Spiel (Dauer, Spielerzahl etc.)

Village ist ein Familienspiel für 2-4 Spieler ab 12 Jahren und dauert etwa 45-60 Minuten. Das Spiel für 2012 als „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet.

Lieferumfang und Aufbau

In der Spielbox enthalten sind ein großer Dorfspielplan, vier Hofpläne (einen für jede Spielfarbe), sowie diverse Marker, Plättchen und Spielsteine.

 

Zu beginn jeder Partie wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält sein Spielmaterial. Dieses besteht aus 11 Figuren, 8 Markern, seinem Hofplan und einer Münze. Die übrigen Marker und Spielsteine werden neben dem Spielplan sortiert und bereitgelegt. Die Spielfiguren jedes Spielers enthalten die Nummern 1-4. Zu beginn stellt jeder Spieler seine Figuren mit der Nummer 1 auf seinen Hof und dann kann es auch schon losgehen.

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Die Tiefen des Waldes werden nach und nach näher erkundet und von den Forschern freigelegt.

Ziel des Spiels

 

Das Ziel dieses Spiels ist es für seine Familie die meisten Ruhmespunkte zu sammeln. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. Familienmitglieder können eine Karriere in der Kirche oder im Rathaus starten und so für Ruhm und Ehre sorgen. Sie können einen Handwerksberuf ergreifen und ihre Waren an Händler verkaufen und wieder andere verlassen sogar das Dorf um die weite Welt zu erkunden. Aber wie im echten Leben ist auch in diesem Spiel die Zeit ein ständiger Begleiter und verrinnt unerlässlich. Doch auch im Tod kann ein Familienmitglied noch für Ruhm sorgen, in dem es in der Dorfchronik verewigt wird.

Spielprinzip

 

Das Spiel läuft in mehreren Runden ab. Zu beginn jeder Runde werden (in Abhängigkeit der Spieleranzahl) Einflusssteine in den grünen Leinensack gelegt und gemäß des Aufbaukärtchens zufällig auf dem Spielplan verteilt.

Anschließend beginnt der Startspieler seinen Zug, indem er einen Aktionsstein vom Spielfeld nimmt und in seinen Vorrat legt (ausgenommen dabei sind die schwarzen Peststeine, welche wieder in den allgemeinen Vorrat gelegt werden). Danach darf der Spieler die Aktion ausführen, von welchem Feld er den Stein genommen hat. Nachdem er diese Aktion ausgeführt hat endet sein Zug und der nächste Spieler ist an der Reihe. Dies geht nun solange reihum bis keine Einflusssteine mehr auf dem Spielplan liegen. Dann endet die Spielrunde mit der Messe und eine neue Spielrunde beginnt.

 

Die verschiedenen Felder von denen ein Spieler einen Aktionsstein nehmen kann sind Getreideernte, Familie, Handwerk, Markt, Reise, Ratsstube und Kirche.

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Rechts: die Übersicht, welche Aktion wie viele Punkte benötigt. Eine prima Hilfe für die ersten Spiele.

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Die rechte Pyramide hat bereits einen Wert von 6 Punkten, kein Wunder, dass die beiden Forscherteams um das Feld wetteifern.

Bei der Getreideernte kann man sich Getreidesäcke aus dem Vorrat nehmen und auf seinen Hof ablegen, solange zumindest eine seiner eigenen Spielfiguren auf dem Hof ist, um die Ernte auch durchzuführen. Mit dem Feld Familie kann ein Spieler eine neue Spielfigur ins Spielbringen oder eine Figur vom Spielbrett zurück auf den Hof holen. Auf dem Feld Handwerk kann ein Spieler Güter erwerben wie z.B. einen Planwagen oder Pferde.

Dazu kann er entweder einen seinen Spielfiguren zum Handwerkerausbilden lassen und diesen dann das Gut herstellen lassen oder die Waren mit Einflusssteinen kaufen. Das Ausbilden und Herstellen von Gütern kostet keine Einflusssteine aber dafür Zeit. Auf dem Markt können die Spieler ihre hergestellten Güter an Kunden verkaufen. Diese Kunden geben am Ende des Spiels dann zusätzliche Siegpunkte. Mit der Aktion Reise startet einer der eigenen Figuren seine Reise vom Dorf aus in die benachbarten Regionen.

Dazu benötigt man Zeit und einen Planwagen. In den zu besuchenden Regionen warten sofortige Belohnungen und Siegpunkte am Ende des Spiels für jeden besuchten Ort. Auf dem Feld der Ratsstube kann man einen seiner Spielfiguren ins Rathaus bringen oder eine dort befindliche Figur ein Feld Stufe lassen. Die verschiedenen Stufen gewähren verschiedene Privilegien für den Spieler, wie z.B. zwei Einflusssteine, Güter nach Wahl oder sogar Geld in Siegpunkte umwandeln. Am Ende des Spiels erhält man pro eigene Figur im Rathaus noch Siegpunkte. Die letzte Aktion ist die Kirche. Man kann mit dem Einsatz von Zeit oder Einflusssteinen eine seiner Spielfiguren in die Kirche bringen.

Besonderheiten

Der Faktor Zeit nimmt in diesem Spiel eine große Rolle ein. Viele Aktionen kosten Zeit und auch durch Pechsteine verliert man Zeit. Ist der eigene Zeitmarker auf dem Hofplan einmal komplett durchgelaufen verstirbt ein Mitglied der Familie und muss beerdigt werden. Jede Figur enthält eine Nummer von 1-4. Wobei 1 für die erste Generation steht und 4 für die letzte Generation. Wenn man über die Aktion Familie eine neue Spielfigur ins Spiel bringt muss man immer die Figur mit der niedrigsten Zahl nehmen. Stirbt eine Figur muss man auch in diesem Fall eine Figur mit der niedrigsten Nummer wählen. Somit stirbt erst die komplette erste Generation bevor es mit der nächsten weitergeht.

 

Der Ort auf dem eine Spielfigur stirbt (auf dem Hof, in der Kirche, auf Reisen, etc.) ist entscheidend, wo diese beerdigt wird. Für jeden Ort gibt es freie Plätze in der Dorfchronik. Stirbt ein Spieler Beispielsweise in der Ratsstube, wird er in der Dorfchronik der Ratsstube beerdigt. Sollte die zugehörige Dorfchronik allerdings bereits voll sein, wird die Spielfigur in einem anonymen Grab beerdigt. Am Ende des Spiels gibt es noch zusätzliche Siegpunkte dafür, wie viele eigene Spielfiguren in der Dorfchronik beerdigt wurden.

 

Das Spiel endet, sobald alle anonymen Gräber oder die Dorfchronik voll sind.

Erweiterungen

Wem das Grundspiel nicht mehr reicht und noch mehr Abwechslung benötigt kann das Spiel mittlerweile mit zwei Erweiterungen ergänzen:

 

Village Inn:

Village Inn erweitert das Spiel um einen weiteren Handwerksberuf. Man kann endlich Bierbrauen! Außerdem eröffnet im Dorf ein neues Wirtshaus in dem einflussreiche und Interessante Gestalten ein- und ausgehen. Man kann als Aktion mit diesen Personen im Wirtshaus Zeit verbringen und von deren Vorteilen profitieren. Einige geben extra Siegpunkte am Ende des Spiels und andere kann man in einem Zug einsetzen um einen sofortigen Vorteil zu erhalten. Außerdem wird das Spiel erweitert sodass man das Spiel auch mit 5 Spielern spielen kann.

 

Uns gefällt die Erweiterung sehr gut. Sie ergänzt das Grundspiel um sinnvolle Punkte und macht es deutlich variabler. Für Liebhaber des Grundspiels eine sehr gute Erweiterung die wir gerne weiterempfehlen.

 

Village Port:

In Village Port haben die Spieler die Möglichkeit ein Schiff zu besteigen und die Weltmeere zu befahren. Verschiedene Inseln warten darauf entdeckt zu werden.

 

Diese Erweiterung ist alleine mit dem Grundspiel oder auch mit der Erweiterung Village Inn kombinierbar. Leider sind wir selbst noch nicht dazu gekommen diese Erweiterung auszuprobieren. Sobald wir dies getan haben, werden wir unsere Eindrücke hier ergänzen.

Was uns gefällt

 

Das Spiel bereitet uns jedes Mal viel Freude. Das Spiel ist sehr gut durchdacht und liebevoll gestaltet worden. Auch die Spieldauer ist für gelegenheits- und Familienspiele sehr angemessen. Insbesondere das Konzept mit der Zeit überzeugt und lässt sich taktisch gut nutzen.

Was uns nicht gefällt

 

Das erste Lesen der Regeln nimmt doch etwas Zeit in Anspruch, auch wenn die Regeln sehr gut erklärt und anhand von Beispielen verdeutlicht wurden. Den einen oder anderen mag dies abschrecken.

Fazit

 

Den Titel „Kennerspiel des Jahres“ hat Village unserer Meinung nach völlig zurecht bekommen. Wir spielen dieses Spiel immer wieder gerne, auch wenn es manchmal dann doch zu selten auf dem Tisch landet.

8,5 von 10 Punkten!

Tikal Karton
Tikal Karton

Der Spielkarton von vorne ...

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Tikal Karton Rückseite
Tikal Karton Rückseite

... und von hinten.

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Tikal Spielfeld 7
Tikal Spielfeld 7

Die Tempel sind stark umkämpft.

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Tikal Karton
Tikal Karton

Der Spielkarton von vorne ...

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